Rindergenetik


Die Rindergenetik ist sicherlich keine neue Erscheinung. Schon früher brachte man gezielt Kühe und Bullen mit positiven Eigenschaften zusammen, um leistungsfähige Jungtiere zu züchten. Allerdings bieten die Genforschung sowie die Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung heute ganz andere Möglichkeiten.

Aufgaben der Rindergenetik

Die Rindergenetik beschäftigt sich kurz gesagt mit der Aufgabe, möglichst leistungsfähige Kühe zu züchten. Dabei geht man davon aus, dass die Kreuzung einer Kuh mit einem Bullen, der bestimmte Eigenschaften aufweist, diese positiven Eigenschaften auch bei den Jungtieren zu Tage treten. Dabei dreht es sich unter anderem um die folgenden Eigenschaften:

  • Käseausbeute
  • Nutzungsdauer
  • Milchleistung
  • Futteraufnahme
  • Art und Form der Euter
  • Lebensdauer
  • Eignung für die Weidehaltung
  • Fruchtbarkeit
  • Fitness
  • Stoffwechselstabilität
  • Zunahme pro Tag
  • Fleischfülle

Landwirte können im Rahmen der Rindergenetik gezielt Sperma auswählen, das von einem Bullen mit den gewünschten Eigenschaften stammt und dieses für die Vermehrung in ihrem Betrieb verwenden.

Gesextes Sperma

Über das so genannte Sperma-Sexing besteht in der Rindergenetik heutzutage die Möglichkeit zu bestimmen, welches Geschlecht ein Spermium hervorbringen wird. Somit kann das Sperma eines Bullen in die weiblichen und männlichen Spermien zerlegt werden. Dies ermöglicht es wiederum den Kunden, eine sehr gezielte Zucht vorzunehmen. Dies ist besonders für Milchbauern interessant, die vorrangig weibliche Kälber benötigen, um ihren Milchvieh-Nachschub gewährleisten zu können. Allerdings ist gesextes Sperma für die Rindergenetik bisher sehr teuer, was auf die noch andauernde Forschung und den hohen Aufwand bei der Trennung der Spermien zurückzuführen ist.

Rindergenetik durch Genomanalyse

Mittels der so genannten Genomanalyse kann in der Rindergenetik heute auch schon relativ schnell eine Auswahl der Tiere vorgenommen werden. Hierzu werden die einzelnen DNA-Abschnitte im Erbgut der Tiere aufgeschlüsselt und interpretiert. Diese Informationen dienen für die Einschätzung des Zuchtwertes eines Bullen. Diese Werte können sogar schon beim jungen Kalb festgestellt werden. Dadurch ist es möglich, die Rindergenetik noch schneller voranzutreiben.